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Unglücklich bleiben

unglücklichWenn unser Denkapparat gelernt hat, mit einem Nein glücklich zu sein, ist es schwierig, ihn einfach so von einem Ja zu überzeugen. Hört sich unlogisch an, ist jedoch Realität. Wenn ein NEIN (nein das darfst du nicht, nein das ist nicht für dich, nein du kannst das nicht, nein das wird so nichts) wie eine Gravur in den Prägejahren eingeritzt wurde, ist es zum dominierenden und gleichzeitig limitierenden Faktor geworden. Aber weil eingraviert, stellt es ein sehr altes, eingeübtes Programm dar. In dieses Programm könnten „Psychotrojaner“ eingepflegt werden, damit aus einem kategorischen NEIN zuerst ein JEIN und dann immer öfert ein JA wird.

Jahre & Tage

JahreLebensjahre sind Goldgruben….oder anders gesagt, ich bin ein ergebener Diener der Erfahrung. Andere drücken es aus in dem sie so etwas sagen wie: was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern. Ab der Zeit, in der wir bewußte Erfahrungen machen, versuchen wir die neu gewonnenen Aspekte in unserer täglichen, neuen Welt auszuprobieren. Mal kommt das gut, mal schlecht mal gar nicht. Bevor sich diese Erfahrungen zusammenfügen zu einem Bild mit funktionierendem System, sind wir in einer Art Probezeit und mitunter wissen wir alles besser und die Anderen haben ja sowieso keine Ahnung. Wir stellen Thesen auf, halten „die Alten“ für überholt und nicht mutig genug und….fallen auf die Nase!

Es gleicht einem Wunder, dass überhaupt etwas von unserer Nase übrig bleibt und von einem Tag auf den anderen fassen wir uns an die selbige und bemerken, dass es da so ein halbwüchsiges Individuum gibt (sie werden auch Kinder & Jugentliche genannt) die so etwas sagen wie: du bist ja schon alt.

Wir wehren uns empört, gehen ein weiteres Mal in´s Fitnessstudio, lernen eine neue Fremdsprache, bekommen eine Lebenskrise, verlassen unsere Partner oder kaufen uns ein E Bike. Es beginnt die „goldene“ Zeit, wenn wir der Zeit die Erlaubnis geben das Leben in diesen matt schimmernden Glanz zu färben.

Geben wir der Zeit diese Erlaubnis nicht, kann es gut sein, dass das Leben die Farbe der Herbstnebel annimmt und die Strahlen der Sonne nur sporadisch durchscheint, dann, wenn wir an Räume der Vergangenheit denken und vergessen, dass das Leben in diesem Moment stattfindet, nicht Gestern und nicht Morgen.

 

Zur Sicherheit das falsche Problem lösen

Problem lösenEs klingt paradox und man möchte meinen, das dies doch kein Mensch macht. Und doch geschieht es und es hat für den Problembesitzer auch noch Sinn. Menschen gehen zum Therapeuten und möchten Probleme gelöst habe, um die es in Wirklichkeit gar nicht geht. Natürlich existieren diese Probleme und es macht Sinn sich davon zu befreien, aber es geht oft um etwas ganz anderes, um etwas „geschütztes“ in unserer Erinnerung. Warum sollte unsere Erinnerung etwas schützen, was uns Probleme bereitet, uns nervt, Angst macht oder am Erfolg hindert ?

Weil es vermeindlich triftige Gründe dafür hat. Je nach dem, was vorgefallen ist und wieser Vorfall intern bewertet wurde, entwickelt sich aus einem Vorfall mit schlechter Bewertung ein interner Impulsgeber, welcher eng mit dem gesamten System „verwachsen“ ist. Und wenn ES verwachesen ist, lässt es sich nicht so einfach ohne Kollateralschäden aus dem Erinnerungsgut entfernen. Im Laufe der Zeit hat ES sich angepasst und verändert und gehört somit zur Familie, welche man schlecht einfach auseinander reißen kann. Es braucht also eine Form von „Umzugshilfe“, dann geht ES freiwillig und entpuppt sind vielleicht sogar noch zum Freund und Helfer.

Wahrheit ist so und so.

WahrheitWoran erkennt man DIE Wahrheit? Wahrscheinlich scheint es so, als wäre wahr, wenn wir der festen Überzeugung sind, dass es anders nicht sein kann. Wahrscheinlich ist Niemand im Besitz der absoluten Wahrheit, sonst könnbte es nicht passieren, dass wir für den selben Umstand verschiedene Maßstäbe setzen und die die Wahrheit so lange biegen, bis diese in unser Überzeugungsmuster passt. Also gibt es für ein und die selbe Sache mehrere Wahrheiten und wir tun uns lediglich schwer, einen anderen Standpunkt einzunehmen, sonst würde dieser ja auch nicht Stand, sondern Wanderpunkt heißen. Die Vorteile eines Standpunktes sind z.B. Verlässlichkeit und Sicherheit. Aber ist Verlässlichkeit nicht ein Widerspruch in sich im Bezug auf Standpunkt, schliesslich steckt in diesem Wort verlassen und dies spricht für einen Wechsel. Ein ständiger Wechsel erlaubt jedoch keine Wurzeln zu bilden und so ergibt sich ein so und so, ein sowohl als auch.

Denkwerk

DenkwerkIch muss dies ich muss das, bestimmt viele Menschen ein Leben lang. Diese MUSS ist jedoch ein ungutes Wort, impliziert es doch, dass ich unter einem bestimmten Zwang stehe und viele Entscheidungen von Anderen getroffen werden. Wenn ich kein Geld habe muss ich arbeiten, wenn ich zu dick bin muss ich abnehmen, usw..

Eine kleine Veränderung in der Kommunikation kann das Ganze in einem neuen Licht erscheinen lassen. Statt ich muss arbeiten um Geld zu verdienen, könnte ich sagen – ich mag es, wenn ich genügend Geld auf dem Konto habe und dafür tausche ich meine Arbeitskraft. Es geschieht ein Wechsel vom Zwang zum Ressourcentausch und dies ist für unser Selbstwertgefühl ein entscheidender Unterschied.

Vielleicht magst du einen kleinen Selbsttest machen. Schreibe alle Sätze die mit „ich muss“ einhergehen auf und tausche das MUSS gegen eine Variante, welche ein MAG zur Folge hat. Vielleicht geschieht ein kleines Wunder, aber das MUSS natürlich nicht sein.

Falschfahrer

Wenn man nur in Einbahnstraßen denkt, ist jeder der einem entgegen kommt ein Falschfahrer.

Oft heißt es, du musst nach Vorne schauen, du musst auf dein Ziel fokussiert sein, du musst, du musst, du musst. Immer in eine Richtung zu schauen bildet geistige Einbahnstraßen (auch eine Autobahn ist eine Einbahnstraße) und lässt die Aspekte an den „Rändern unseres Universums“ verblassen. Kommt dann Jemand oder Etwas entgegen und wir müssten anhalten, werten wir dies oft als Behinderung unseres Weges.

Natürlich macht es Sinn, ein Ziel zu haben, den Weg dorthin jedoch genauso zu wertschätzen, wie das Ziel selbst. Während des Weges verändern sich Gedanken, Gefühle und Umstände und es könnte sein, dass man das Ziel anpassen muss, um nicht bei Ankunft eine Enttäuschung zu erleben.

Die „Entgegenkommenden“ stellen also ein Form der Eigenkontrolle dar, auch wenn es scheinbar störend ist. Entweder ist die Person oder der Umstand dann mein Freund oder mein Lehrer. Beides ist auf einem Weg hilfreich.

Mein Ändern leben.

„Du musst Dein Ändern leben.“  Rilke
Das hört sich erst einmal unstetig, unruhig und unzufrieden an. Bei genauer Betrachtung beschreibt dieses Zitat von Rilke etwas evolutionäres.
Die Qualität, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen und die notwendigen (um eine Not zu wenden) Potentiale zu öffnen, um entsprechend der Situation Ressourcen zu entwickeln.
Ressourcen sind endlich und wenn wir unsere Potentiale nicht eröffnen,
müssen wir mit immer gleichen Werkzeugen  (wenn wir nur einen Hammer haben, ist die ganze Welt ein Nagel)
krampfhaft versuchen den neuen Zeiten Herr zu werden. Es gibt jedoch in Wirklichkeit keine „neuen“ Zeiten, es findet alles zwischen 2 Sekunden statt. Es stellt sich die Frage, was geschieht zwischen diesen 2 Sekunden, zwischen Tick und Tack. Befinde ich mich mehr bei Tick (Vergangenheit wiederholen) oder bei Tak (Zukunft gestalten). Verliere ich mich zwische diesen 2 Sekunden, solange bis das letzte Tak erklingt ?

Zwischen zwei Sekunden gibt es ein ganzes Leben. Zwischen zwei Sekunden, kann sich alles verändern. Zwischen zwei Sekunden kann man sich selbst finden und zwischen zwei Sekunden sich komplett verlieren. Zwischen zwei Sekunden, zwischen Tik und Tak, gibt es ein Zeit – Raum Fenster in dem alles geschehen kann. Leider nehmen wir diesen Raum selten wahr, weil wir entweder bei Tik oder bei Tak  sind. Es ist so ähnlich wie bei unserem Atem. Auch dort gibt es zwischen Einatmen und Ausatmen eine kleine Stille, in welcher weder das Eine noch das Andere stattfindet. Diese kleine Atempause ist jedoch LEBENSENTSCHEIDEND. Zwischen Tik und Tak, zwischen zwei Sekunden, habe ich alle Zeit der Welt, mein Leben zu beleben, dazwischen – nicht bei Tik und nicht bei Tak !

 

Warum werden Menschen wie sie werden ?

Die Seele erzittert vor der Leere und sucht Kontakt um jeden Preis.
H.Söderberg
1. Wir wollen alle geliebt werden.
Werden wir nicht geliebt oder glauben wir, nicht geliebt zu werden, gerät
das elementarste Grundbedürfnis in den Mangel. Niemand kann
überleben, ohne zu spüren, dass „man“ eine Bedeutung hat, dass „man“
dazugehört, dass man beim Blick in die Augen unserer Eltern dieses
Leuchten wahrnimmt, welches einem sagt: „ich bin geliebt und gewollt.“
2. Werden wir nicht geliebt, wollen wir bewundert werden.
Wenn der Glaube über das „geliebt sein“ ins wanken gerät, dann versuchen
wir über Leistung das zu bekommen, von dem wir so sehr abhängig sind.
Wir erlernen Dinge, die Anderen gefallen und ernten dafür Applaus. Nur zu
gerne verwechseln wir den Beifall mit Liebe und versuchen immer besser
zu werden, um immer mehr davon zu bekommen. Da Niemand perfekt ist,
machen wir Fehler, werden krank und enttäuschen unsere Umwelt.
Aus dem Beifall wird Kritik.
3. Werden wir nicht bewundert, wollen wir gefürchtet werden.
Entweder wir warten dann in unserem Leistungsgefängnis, bis uns eine
gnädige Erkrankung erlöst oder wir werden hart und gehen eine andere
Art der sozialen Beziehung ein. Da wir gewohnt sind, Leistung zu
erbringen, versklaven wir andere Menschen, indem wir diese nur noch
nach Leistung beurteilen. In dieser Welt finden sich dann überwiegend
Menschen, die regieren und Andere, die reagieren.
4. Werden wir nicht gefürchtet, wollen wir gehasst und missachtet werden
Wir wollen ein Gefühl in unseren Mitmenschen auslösen, ganz gleich, um
welches es sich dabei auch handeln mag.
So Mancher bemerkt, dass er jetzt wieder ganz am Anfang steht,
dort wo die Suche begann, die Suche nach der Liebe.
Und der Ein oder Andere beginnt ganz neu.

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